Zeitreise: Freiheit und Einheit
Vordenker der Ostpolitik
Nach dem Mauerbau 1961 intensivierte die FDP ihre Bemühungen für eine neue Ostpolitik. Ausgangspunkt für die neue Richtung war die Erkenntnis, dass ohne Krieg die bestehende Lage und die Grenzen in Europa nicht verändert werden könnten. Eine herausragende Rolle als Vordenker für diese neue liberale Ost- und Deutschlandpolitik spielte Wolfgang Schollwer, Mitarbeiter der FDP-Bundesgeschäftsstelle. In den 1960er Jahren sorgten zwei von ihm entworfene Strategiepapiere für Furore und beeinflussten stark den Kurs der FDP. Auch der Schatzmeister der Partei, Hans Wolfgang Rubin, sah 1967 die „Stunde der Wahrheit“ gekommen: Die Liberalen könnten sich nicht mehr um die Anerkennung der seit 1945 geschaffenen Fakten drücken. Sie müssten eine den Realitäten angepasste Ost- und Deutschlandpolitik konzipieren und durchführen.
Im September 1968 entwickelte der neue Parteichef Walter Scheel eine „Zwei-Schlüssel-Theorie“. Demnach müsse man für die Ostpolitik sowohl Moskau als auch Ost-Berlin als Ansprechpartner ins Auge fassen. Eine Position, die der bisherigen Parteivorsitzende Erich Mende ablehnte: Wer jetzt in irgendeiner Form von DDR-Anerkennung spreche, sei „ein Schädling des Volkes“, so Mende, der aber so innerparteilich in die Isolation geriet.
Nach der Regierungsübernahme der sozialliberalen Koalition 1969 wurde Walter Scheel Außenminister. Er war überzeugt, dass nach der Integration der Bundesrepublik Deutschland in den Westen unter Konrad Adenauer der Versuch unternommen werden müsste, eine Normalisierung des Verhältnisses zu den östlichen Nachbarn zu finden. Wiederholt reiste er zu Gesprächen nach Moskau. Er war entschlossen, durch konsequenten Abbau der Konfrontationen mit allen Ostblockstaaten einschließlich der DDR zu Verhandlungen zu kommen und Abmachungen zu erreichen, die zur Entspannung in Europa und zur Sicherung des Friedens beitragen könnten.
Nach hitzigen innenpolitischen Debatten machte Walter Scheel im Sommer 1970 Tempo: Noch im gleichen Jahr wurden der Moskauer Vertrag und der Warschauer Vertrag abgeschlossen. Die Bundesregierung verzichtete mit den Verträgen nicht auf das Ziel einer friedlichen Wiedervereinigung beider Teile Deutschlands. In dem von Walter Scheel vorgelegten "Brief zur Deutschen Einheit", der Bestandteil des Moskauer Vertrages 1970 mit der Sowjetunion und weiterer Ostverträge wurde, umriss er das Ziel deutscher Politik: „...auf einen Zustand des Friedens in Europa hinzuwirken, in dem das deutsche Volk in freier Selbstbestimmung seine Einheit wieder erlangt“.
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Nach dem Mauerbau 1961 intensivierte die FDP ihre Bemühungen für eine neue Ostpolitik. Ausgangspunkt für die neue Richtung war die Erkenntnis, dass ohne Krieg die bestehende Lage und die Grenzen in Europa nicht verändert werden könnten. Eine herausragende Rolle als Vordenker für diese neue liberale Ost- und Deutschlandpolitik spielte Wolfgang Schollwer, Mitarbeiter der FDP-Bundesgeschäftsstelle. In den 1960er Jahren sorgten zwei von ihm entworfene Strategiepapiere für Furore und beeinflussten stark den Kurs der FDP. Auch der Schatzmeister der Partei, Hans Wolfgang Rubin, sah 1967 die „Stunde der Wahrheit“ gekommen: Die Liberalen könnten sich nicht mehr um die Anerkennung der seit 1945 geschaffenen Fakten drücken. Sie müssten eine den Realitäten angepasste Ost- und Deutschlandpolitik konzipieren und durchführen.
Im September 1968 entwickelte der neue Parteichef Walter Scheel eine „Zwei-Schlüssel-Theorie“. Demnach müsse man für die Ostpolitik sowohl Moskau als auch Ost-Berlin als Ansprechpartner ins Auge fassen. Eine Position, die der bisherigen Parteivorsitzende Erich Mende ablehnte: Wer jetzt in irgendeiner Form von DDR-Anerkennung spreche, sei „ein Schädling des Volkes“, so Mende, der aber so innerparteilich in die Isolation geriet.
Nach der Regierungsübernahme der sozialliberalen Koalition 1969 wurde Walter Scheel Außenminister. Er war überzeugt, dass nach der Integration der Bundesrepublik Deutschland in den Westen unter Konrad Adenauer der Versuch unternommen werden müsste, eine Normalisierung des Verhältnisses zu den östlichen Nachbarn zu finden. Wiederholt reiste er zu Gesprächen nach Moskau. Er war entschlossen, durch konsequenten Abbau der Konfrontationen mit allen Ostblockstaaten einschließlich der DDR zu Verhandlungen zu kommen und Abmachungen zu erreichen, die zur Entspannung in Europa und zur Sicherung des Friedens beitragen könnten.
Nach hitzigen innenpolitischen Debatten machte Walter Scheel im Sommer 1970 Tempo: Noch im gleichen Jahr wurden der Moskauer Vertrag und der Warschauer Vertrag abgeschlossen. Die Bundesregierung verzichtete mit den Verträgen nicht auf das Ziel einer friedlichen Wiedervereinigung beider Teile Deutschlands. In dem von Walter Scheel vorgelegten "Brief zur Deutschen Einheit", der Bestandteil des Moskauer Vertrages 1970 mit der Sowjetunion und weiterer Ostverträge wurde, umriss er das Ziel deutscher Politik: „...auf einen Zustand des Friedens in Europa hinzuwirken, in dem das deutsche Volk in freier Selbstbestimmung seine Einheit wieder erlangt“.
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