Zeitreise: Freiheit und Einheit
Westintegration und Wiedervereinigung
Einheit in Freiheit – dafür haben Liberale leidenschaftlich gestritten. Die FDP unterstützte in den 1950er Jahren zwar Adenauers Außenpolitik der Westintegration, Differenzen mit der CDU gab es in jedoch in der Deutschland- und der Ostpolitik. Über die Saarfrage und der Wiedervereinigungspolitik kam es 1956 schließlich zum offenen Konflikt. Denn: Wenn Adenauer bereit war, auf das französisch besetzte Saarland zu verzichten, dann war er möglicherweise auch bereit, die sowjetisch besetzten Gebiete auf dem Altar der Westintegration zu opfern. Der FDP-Fraktionsvorsitzenden Thomas Dehler fühlte sich von Adenauer hintergangen. In einer Rede vor dem Bundestag 1956 rechnete er mit dem Kanzler ab und warf Adenauer vor, den Willen und die Leidenschaft zur Wiedervereinigung erstickt zu haben und sie in Wirklichkeit nicht zu wollen. Ende des Jahres kam es dann zum Bruch der Regierungskoalition. 16 FDP-Abgeordnete, darunter vier Minister, traten aus Fraktion und Partei aus.
In der darauf folgenden Zeit in der Opposition bis 1961 stritt Dehler weiterhin leidenschaftlich für die Wiedervereinigung Deutschlands. Die Liberalen hatten sich schon im „Liberalen Manifest“ von 1952 zum Ziel gesetzt, alle Deutschen in Freiheit zu vereinigen, ein einiges und freies deutsches Volk sinnvoll in die europäische Gemeinschaft einzufügen und in einer Gesellschaft freier Menschen den Frieden der Welt zu sichern.“ Dieses Ziel wurde auf dem Würzburger Parteitag 1956 bekräftigt.
Nach dem Gang in die Opposition nutzte die FDP ihre neue Freiheit, um Deutschlandpolitik auf eigene Faust zu betreiben. So führten die Liberalen 1956 Aufsehen erregende deutschlandpolitische Gespräche mit LDPD-Vertretern in der DDR, die jedoch zu dem Ergebnis kamen: "Wir konnten feststellen, dass beide Parteien keine gemeinsame politische und geistige Grundlage mehr haben", so der Bundestagsabgeordnete Walter Scheel. Dennoch seien die Gespräche im Sinne einer gesamtdeutschen Politik nützlich gewesen. Nur wenige Tage später begann jedoch der Volksaufstand in Ungarn, der zu einer neuen Eiszeit in den Ost-West-Beziehungen führte.
Anfang 1959 stellten die Sowjets die Möglichkeit einer Annäherung oder sogar Wiedervereinigung beider deutscher Staaten für den Preis der Neutralität in Aussicht. Die FDP legte daraufhin im März 1959 ein eigenes Papier zum sowjetischen Angebot eines Friedensvertragsentwurfs vor. Der „Deutschlandplan“ sah innerdeutsche Verhandlungen und einen europäischen Sicherheitsvertrag vor.
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Einheit in Freiheit – dafür haben Liberale leidenschaftlich gestritten. Die FDP unterstützte in den 1950er Jahren zwar Adenauers Außenpolitik der Westintegration, Differenzen mit der CDU gab es in jedoch in der Deutschland- und der Ostpolitik. Über die Saarfrage und der Wiedervereinigungspolitik kam es 1956 schließlich zum offenen Konflikt. Denn: Wenn Adenauer bereit war, auf das französisch besetzte Saarland zu verzichten, dann war er möglicherweise auch bereit, die sowjetisch besetzten Gebiete auf dem Altar der Westintegration zu opfern. Der FDP-Fraktionsvorsitzenden Thomas Dehler fühlte sich von Adenauer hintergangen. In einer Rede vor dem Bundestag 1956 rechnete er mit dem Kanzler ab und warf Adenauer vor, den Willen und die Leidenschaft zur Wiedervereinigung erstickt zu haben und sie in Wirklichkeit nicht zu wollen. Ende des Jahres kam es dann zum Bruch der Regierungskoalition. 16 FDP-Abgeordnete, darunter vier Minister, traten aus Fraktion und Partei aus.
In der darauf folgenden Zeit in der Opposition bis 1961 stritt Dehler weiterhin leidenschaftlich für die Wiedervereinigung Deutschlands. Die Liberalen hatten sich schon im „Liberalen Manifest“ von 1952 zum Ziel gesetzt, alle Deutschen in Freiheit zu vereinigen, ein einiges und freies deutsches Volk sinnvoll in die europäische Gemeinschaft einzufügen und in einer Gesellschaft freier Menschen den Frieden der Welt zu sichern.“ Dieses Ziel wurde auf dem Würzburger Parteitag 1956 bekräftigt.
Nach dem Gang in die Opposition nutzte die FDP ihre neue Freiheit, um Deutschlandpolitik auf eigene Faust zu betreiben. So führten die Liberalen 1956 Aufsehen erregende deutschlandpolitische Gespräche mit LDPD-Vertretern in der DDR, die jedoch zu dem Ergebnis kamen: "Wir konnten feststellen, dass beide Parteien keine gemeinsame politische und geistige Grundlage mehr haben", so der Bundestagsabgeordnete Walter Scheel. Dennoch seien die Gespräche im Sinne einer gesamtdeutschen Politik nützlich gewesen. Nur wenige Tage später begann jedoch der Volksaufstand in Ungarn, der zu einer neuen Eiszeit in den Ost-West-Beziehungen führte.
Anfang 1959 stellten die Sowjets die Möglichkeit einer Annäherung oder sogar Wiedervereinigung beider deutscher Staaten für den Preis der Neutralität in Aussicht. Die FDP legte daraufhin im März 1959 ein eigenes Papier zum sowjetischen Angebot eines Friedensvertragsentwurfs vor. Der „Deutschlandplan“ sah innerdeutsche Verhandlungen und einen europäischen Sicherheitsvertrag vor.
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