Hans Friderichs
(* 1931), Jurist (Dr.jur.) und Politiker
Der in Wittlich als Sohn eines Landarztes geborene Bewunderer Thomas Dehlers begann nach Abitur und Jurastudium seine Berufslaufbahn als Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Rheinhessen, bevor er als Stellvertreter Genschers in die Bundesgeschäftsführung der FDP nach Bonn wechselte und 1964 dessen Nachfolger wurde.
Vorher war er vier Jahre Vorsitzender der FDP-Fraktion im Kreistag Bingen gewesen. 1965 kam er über die Landesliste Rheinland-Pfalz erstmals in den Bundestag. Doch schon 1969 ging er überraschend als Staatssekretär für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten zurück ins von der CDU geführte Rheinland-Pfalz. Dies erstaunte umso mehr, da er als Befürworter einer Linkswendung der FDP als parlamentarischer Staatssekretär in einer sozial-liberalen Bundesregierung vorgesehen war. Friderichs blieb auch Kabinettsmitglied, als die CDU/FDP-Koalition in Mainz zerbrach, ehe er 1972 trotz innerparteilicher Widerstände zum Bundeswirtschaftsminister berufen wurde. In diesem Amt gewann er schnell an Popularität, gerade auch bei seinen Bemühungen um die Energieversorgung während der Ölkrise.
Von 1974 bis 1977 war Friderichs stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP. Trotz seines Images als kühl kalkulierender Politiker erwies er sich als unbequemes Kabinettsmitglied, das sich in erster Linie als "Anwalt der Wirtschaft" verstand. 1976 zog er erneut in den Bundestag ein. Schon 1977 vermeldete Friderichs überraschend seinen Rückzug aus der Politik und wechselte 1978 als Vorstandssprecher zur Dresdner Bank AG. Sowohl dort als auch als Aufsichtsratsvorsitzender des Elektrokonzerns AEG hatte er wirtschaftlichen Erfolg, ehe er 1985 im Zusammenhang mit der Flick-Parteispendenaffäre von seinen Posten zurücktrat.
Friderichs übte jedoch weiterhin aufgrund zahlreicher Aufsichtsratsposten Einfluss auf die deutsche Wirtschaft aus. Als Aufsichtsratsvorsitzender wirkte Friderichs unter anderem beim europäischen Airbus-Konsortium, dem Einzelhandelskonzern co op AG sowie beim Sportartikelhersteller adidas AG. Seit 1992 begleitetet er als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Minol AG sowie der Leuna-Werke AG im Auftrag der Treuhandgesellschaft deren Privatisierung. 1995 wurde er Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Postbank AG. Für eine der bedeutendsten Investmentbanken der Welt, Goldman Sachs, wirkte er zehn Jahre als International Advisor. Auch der Johann-Gutenberg-Universität in Mainz ist Friderichs bis heute eng verbunden; seit 2004 ist er Vorsitzender des dortigen Hochschulrates.
Vorher war er vier Jahre Vorsitzender der FDP-Fraktion im Kreistag Bingen gewesen. 1965 kam er über die Landesliste Rheinland-Pfalz erstmals in den Bundestag. Doch schon 1969 ging er überraschend als Staatssekretär für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten zurück ins von der CDU geführte Rheinland-Pfalz. Dies erstaunte umso mehr, da er als Befürworter einer Linkswendung der FDP als parlamentarischer Staatssekretär in einer sozial-liberalen Bundesregierung vorgesehen war. Friderichs blieb auch Kabinettsmitglied, als die CDU/FDP-Koalition in Mainz zerbrach, ehe er 1972 trotz innerparteilicher Widerstände zum Bundeswirtschaftsminister berufen wurde. In diesem Amt gewann er schnell an Popularität, gerade auch bei seinen Bemühungen um die Energieversorgung während der Ölkrise.
Von 1974 bis 1977 war Friderichs stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP. Trotz seines Images als kühl kalkulierender Politiker erwies er sich als unbequemes Kabinettsmitglied, das sich in erster Linie als "Anwalt der Wirtschaft" verstand. 1976 zog er erneut in den Bundestag ein. Schon 1977 vermeldete Friderichs überraschend seinen Rückzug aus der Politik und wechselte 1978 als Vorstandssprecher zur Dresdner Bank AG. Sowohl dort als auch als Aufsichtsratsvorsitzender des Elektrokonzerns AEG hatte er wirtschaftlichen Erfolg, ehe er 1985 im Zusammenhang mit der Flick-Parteispendenaffäre von seinen Posten zurücktrat.
Friderichs übte jedoch weiterhin aufgrund zahlreicher Aufsichtsratsposten Einfluss auf die deutsche Wirtschaft aus. Als Aufsichtsratsvorsitzender wirkte Friderichs unter anderem beim europäischen Airbus-Konsortium, dem Einzelhandelskonzern co op AG sowie beim Sportartikelhersteller adidas AG. Seit 1992 begleitetet er als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Minol AG sowie der Leuna-Werke AG im Auftrag der Treuhandgesellschaft deren Privatisierung. 1995 wurde er Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Postbank AG. Für eine der bedeutendsten Investmentbanken der Welt, Goldman Sachs, wirkte er zehn Jahre als International Advisor. Auch der Johann-Gutenberg-Universität in Mainz ist Friderichs bis heute eng verbunden; seit 2004 ist er Vorsitzender des dortigen Hochschulrates.



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