Hans Reif
Nach Abschluss seines Studiums der Staats- und Rechtswissenschaften in Berlin im Jahre 1922 trat Reif in die DDP ein, in der er sich insbesondere auf dem Gebiet wirtschafts-, sozial-, außenhandels- und zollpolitischer Fragen profilierte. Zwischen 1923 und 1933 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Gewerkschaftsbund der Angestellten in Berlin sowie beim Hansa-Bund für Gewerbe, Handel und Industrie tätig. Anschließend arbeitete er bis 1943 als Wirtschaftsberater und Publizist, hatte aber auch Kontakte zu Widerstandskreisen.

1945 war Hans Reif Mitbegründer der LDP(D) in Leipzig und wurde ein Jahr später, nach einer für die Partei aufgrund von Divergenzen zwischen den jeweiligen Zonenverbänden enttäuschend verlaufenden Stadtverordnetenwahl im Oktober 1946, erstmals Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Darüber hinaus war er Vorsitzender des Bezirksverbandes Berlin-Zehlendorf, 1949 bis 1951 stellvertretender und 1958/59 Landesvorsitzender der FDP. 1948/49 gehörte er für die (West-) Berliner Liberalen dem Parlamentarischen Rat und von 1949 bis 1957 dem Bundestag an. Seit 1949 lehrte er an der wieder eröffneten Deutschen Hochschule für Politik in Berlin.

Stets verfocht er eine Position, wonach Berlin als Bindeglied zwischen den auseinander strebenden Teilen Deutschlands und als aktiver Faktor einer gesamtdeutschen Deutschlandpolitik fungieren sollte. Seine Bemühungen um Berlin als künftige Hauptstadt waren jedoch zunächst erfolglos. Erneut von 1963 bis 1971 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung von Berlin, war er zeitweise deren Vizepräsident. Die Stadt Berlin ehrte ihn 1971 mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft.