Hildegard Hamm-Brücher
(*1921), Chemikerin (Dr.rer.nat.) und Politikerin
Hildegard Hamm-Brücher entstammt mütterlicherseits einer getauften jüdischen Industriellenfamilie, konnte aber trotz aller Schikanen durch das NS-Regime das Abitur ablegen und unmittelbar vor Kriegsende in München zum Doktor der Chemie promovieren. Danach arbeitete sie als Journalistin, 1948 wurde sie – angeregt durch Theodor Heuss – Mitglied der FDP und des Münchner Stadtrates sowie 1950 auch des bayerischen Landtages. Dort erwarb sie sich als engagierte Verfechterin einer liberalen Bildungspolitik soviel Ansehen, dass sie des öfteren bei Landtagswahlen mit weitem Abstand das beste FDP-Ergebnis erzielte.
Seit 1963 für lange Jahre Mitglied im FDP-Bundesvorstand, wurde sie 1967 zunächst Staatssekretärin im Hessischen Kultusministerium, zu Beginn der sozial-liberalen Koalition dann 1969 im Bundesbildungsministerium. Nach einer Zwischenstation im bayrischen Landtag zog sie 1976 in den Bundestag ein und wurde Parlamentarische Staatssekretärin, später Staatsministerin im Auswärtigen Amt unter Außenminister Hans-Dietrich Genscher und war dort insbesondere für die auswärtige Kulturpolitik zuständig.
Als offene Anhängerin der sozial-liberalen Koalition verlor sie mit der Wende von 1982 dieses Amt und konzentrierte sich seitdem ganz auf ihre Tätigkeit als Parlamentarierin. Hier kämpfte sie zäh und unbeirrt bis zu ihrem Ausscheiden 1990 um eine Parlamentsreform, die eine bessere Position des einzelnen Abgeordneten zum Ziel hatte. Obwohl eigentlich nicht mehr parteipolitisch aktiv, wurde sie 1994 von der FDP zur Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten benannt, unterlag aber bei der Wahl Roman Herzog.
1964 wurde von ihr die Theodor-Heuss-Stiftung mitgegründet, die durch die Verleihung der Theodor-Heuss-Medaille an engagierte Demokraten an das Wirken des ersten Bundespräsidenten erinnern will. Als deren Vorsitzende setzte sie sich stets auch außerhalb politischer Gremien für die Förderung der politischen Kultur und Bildung ein.
Hamm-Brücher erwarb sich durch ihr durchaus eigenwilliges und mutiges liberales Engagement aber nicht nur in der Bildungspolitik großes Ansehen. Gerade auch Frauen sahen in ihrem Wirken und Auftreten, das durch zahlreiche Publikationen verstärkt wurde, ein Vorbild für Liberalität, so dass sie lange Zeit zu den populärsten Politikerinnen gehörte und gar als "liberales Gewissen" und "Grande Dame der FDP" gefeiert wurde.
Im Jahr 2002 verließ sie die FDP aus Protest gegen die von Jürgen Möllemann ausgehende "rechtspopulistische, antiisraelische und tendenziell Antisemitismus schürende" Agitation sowie die nicht genügend entschiedene Haltung der Parteiführung in dieser Angelegenheit. Nach wie vor nimmt sie Stellung zu aktuellen Themen der Zeit und ist publizistisch tätig.
Seit 1963 für lange Jahre Mitglied im FDP-Bundesvorstand, wurde sie 1967 zunächst Staatssekretärin im Hessischen Kultusministerium, zu Beginn der sozial-liberalen Koalition dann 1969 im Bundesbildungsministerium. Nach einer Zwischenstation im bayrischen Landtag zog sie 1976 in den Bundestag ein und wurde Parlamentarische Staatssekretärin, später Staatsministerin im Auswärtigen Amt unter Außenminister Hans-Dietrich Genscher und war dort insbesondere für die auswärtige Kulturpolitik zuständig.
Als offene Anhängerin der sozial-liberalen Koalition verlor sie mit der Wende von 1982 dieses Amt und konzentrierte sich seitdem ganz auf ihre Tätigkeit als Parlamentarierin. Hier kämpfte sie zäh und unbeirrt bis zu ihrem Ausscheiden 1990 um eine Parlamentsreform, die eine bessere Position des einzelnen Abgeordneten zum Ziel hatte. Obwohl eigentlich nicht mehr parteipolitisch aktiv, wurde sie 1994 von der FDP zur Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten benannt, unterlag aber bei der Wahl Roman Herzog.
1964 wurde von ihr die Theodor-Heuss-Stiftung mitgegründet, die durch die Verleihung der Theodor-Heuss-Medaille an engagierte Demokraten an das Wirken des ersten Bundespräsidenten erinnern will. Als deren Vorsitzende setzte sie sich stets auch außerhalb politischer Gremien für die Förderung der politischen Kultur und Bildung ein.
Hamm-Brücher erwarb sich durch ihr durchaus eigenwilliges und mutiges liberales Engagement aber nicht nur in der Bildungspolitik großes Ansehen. Gerade auch Frauen sahen in ihrem Wirken und Auftreten, das durch zahlreiche Publikationen verstärkt wurde, ein Vorbild für Liberalität, so dass sie lange Zeit zu den populärsten Politikerinnen gehörte und gar als "liberales Gewissen" und "Grande Dame der FDP" gefeiert wurde.
Im Jahr 2002 verließ sie die FDP aus Protest gegen die von Jürgen Möllemann ausgehende "rechtspopulistische, antiisraelische und tendenziell Antisemitismus schürende" Agitation sowie die nicht genügend entschiedene Haltung der Parteiführung in dieser Angelegenheit. Nach wie vor nimmt sie Stellung zu aktuellen Themen der Zeit und ist publizistisch tätig.



zurück
drucken