Arthur Lieutenant
Der in Jauer/Schlesien geborene Lieutenant arbeitete nach seinem Studium der Volkswirtschaft als Verbands- und Steuersyndikus und schloss sich 1918 zunächst der DVP (Deutsche Volkspartei), später der DDP (Deutschen Demokratischen Partei) an. Seit 1919 Stadtrat in Glogau, wurde er 1931 zum Bürgermeister der Stadt gewählt. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde er von seinem Amt abgesetzt und kurzzeitig inhaftiert.

Er zählt zu den Mitbegründern der LDP(D) und wurde 1946 zum Stellvertreter des Parteivorsitzenden Wilhelm Külz gewählt. Nach dessen Tod im April 1948 übernahm Lieutenant kommissarisch die Parteiführung und galt als aussichtsreichster Bewerber für die Nachfolge. Seine deutliche Ablehnung der sowjetischen Enteignungspolitik machte ihn jedoch bei der SED unbeliebt, was ihn schließlich – auch aus Gründen der Parteiräson – dazu bewog, im Oktober 1948 auf seine Kandidatur zu verzichten und alle seine Ämter niederzulegen.

Im Oktober 1948 übernahm Lieutenant dennoch den Posten als Minister der Finanzen des Landes Brandenburg. Ein Jahr später trat er als Minister zurück und floh nach West-Berlin; sein offizieller Ausschluss aus der LDPD erfolgte im Oktober 1950. In West-Berlin gehörte er noch einmal der so genannten Exil-LDPD an und war bis 1953 deren Vorsitzender. 1968 starb er in Frankfurt/Main.