Cornelia Schmalz-Jacobsen
Die in Berlin geborene Cornelia Schmalz-Jacobsen, deren Eltern während des Nationalsozialismus zahlreiche Juden Leben retteten und die in Yad Vashem als "Gerechte unter den Völkern" geehrt wurden, studierte nach dem Abitur Gesang und Sprachen - unter anderem in Italien. Danach war sie als Journalistin bei Rundfunk, Fernsehen und Presse tätig.

Nach dem Umzug nach München trat sie 1968 in die FDP ein. Dort wurde sie kommunalpolitisch aktiv und wurde 1972 zur Stadträtin gewählt. 1978war sie dort FDP-Kandidatin bei der Oberbürgermeisterwahl und konnte einen Achtungserfolg verbuchen. Sie wurde anschliessend Fraktionsvorsitzende und von 1982 bis 1984 auch Vorsitzende des FDP-Stadtverbandes München. 1985 wurde Schmalz-Jacobsen von der CDU/FDP-Koalition in Berlin zur Senatorin für Jugend und Familie berufen. Sie kümmerte sich hier vor allem um den Ausbau von Kita-Plätzen, Jugendarbeitslosigkeit, Drogenprobleme sowie Chancengerechtigkeit von Frauen in Beruf und Familie.

Unter dem neuen FDP-Bundesvorsitzenden Graf Lambsdorff wurde Schmalz-Jacobsen im Herbst 1988 Generalsekretärin der Partei. Bis zur Neuwahl des Berliner Abgeordnetenhauses im Januar 1989 führte sie ihr Senatorenamt weiter. Danach war Bonn ihr Lebensmittelpunkt. 1990 zog sie über die bayerische Landesliste erstmals in den Bundestag ein. 1991 kandidiert sie auf eigenen Wunsch nicht mehr für das Amt der Generalsekretärin, sondern bewarb sich als Nachfolgerin von Liselotte Funcke um die Position der Ausländerbeauftragten der Bundesregierung. Dieses Ehrenamt bekleidete sie sieben Jahre lang, bis nach der Bundestagswahl 1998. Schmalz-Jacobsen hatte nicht mehr für den Bundestag kandidiert.

Als Bundesbeauftragte forderte Schmalz-Jacobsen ein neues Staatsangehörigkeitsrecht und legte einen entsprechenden Entwurf vor, der jedoch vom Koaltionspartner CDU/CSU nicht gebilligt wurde. Sie trat für die erleichterte Hinnahme der Doppelten Staatsbürgerschaft ein, sowie für ein kommunales Wahlrecht dauerhaft in Deutschland lebender Ausländer, die nicht aus der Europäischen Union stammten. Für die FDP legte sie den ersten Gesetzesentwurf für ein Einwanderungsgesetz vor, den der FDP-Bundesparteitag übernahm.

Cornelia Schmalz-Jacobsen war Mitglied der Zuwanderungskommission der Bundesregierung, der sogenannten Süssmuth-Kommission und leitete hier die Arbeitsgruppe Integration. Von 1995 bis 1999 war Schmalz-Jacobsen stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP. Heute lebt sie als freie Autorin in Berlin und engagiert sich ehrenamtlich in nationalen wie internationalen humanitären Organisationen, z.B. ist sie stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung "GegenVergessen-fürDemokratie", sowie deutsche Vorsitzende von "Humanity in Action".