Günter Verheugen
Der in Bad Kreuznach geborene Günter Verheugen studierte nach dem Abitur 1963 und einem Redaktionsvolontariat bis 1969 Politikwissenschaften, Geschichte und Soziologie in Köln und Bonn. Bereits 1960 trat er in die FDP ein und gehörte zunächst den Jungdemokraten in Nordrhein-Westfalen an, deren Landesvorsitzender er zeitweise war. Vier Jahre lang redigierte er die Jungdemokraten-Zeitschrift "Stimme der jungen Generation".

Seine berufliche, politische Karriere begann Verheugen 1969 als Referent für Öffentlichkeitsarbeit im damaligen Innenministerium unter Hans-Dietrich Genscher . Bei dessen Wechsel als Bundesminister in das Auswärtige Amt 1974 übernahm er dort die Leitung des neu eingerichteten Arbeitsstabes "Analysen und Informationen". 1977 wurde Verheugen Bundesgeschäftsführer der FDP und ein Jahr später auf dem Mainzer Parteitag zum Generalsekretär gewählt.

Seiner ausgeprägten Fähigkeit zur Organisation und Programmatik verdankte man nach dem Wahlkampf im Jahre 1980 das erfolgreiche Ergebnis von 10,6 Prozent. Die 1982 vollzogene Hinwendung der Partei zur CDU wollte Verheugen nicht nachvollziehen und erklärte nach dem Bruch der sozial-liberalen Koalition seinen Rücktritt als FDP-Generalsekretär und forderte zugleich Genschers Verzicht auf den Parteivorsitz.

Nach dem Berliner Parteitag 1982 wechselte Verheugen von der FDP zur SPD, für die er 1983 in den Bundestag ging. Auch bei den Sozialdemokraten machte er Karriere, u. a. als Sprecher des SPD-Parteivorstandes (1986/1987), als Chefredakteur des "Vorwärts" und als Bundesgeschäftsführer (1993/95). Im Kabinett von Gerhard Schröder war er ein Jahr lang Staatsminister im Auswärtigen Amt. 1999 zog er als Mitglied der EU-Kommission nach Brüssel. Seit November 2004 fungiert er als Kommissar für Industrie und Unternehmen und als Vizepräsident der EU-Kommission.