Wolfgang Gerhardt
Geboren im hessischen Vogelsberg nahm Wolfgang Gerhardt nach dem Abitur das Studium der Erziehungswissenschaften, Germanistik und Politik in Marburg auf, das er mit der Promotion beendete. Seine berufliche Karriere begann er als Leiter des Regionalbüros Hannover der Friedrich-Naumann-Stiftung sowie als Leiter der Inlandsabteilung in Bonn-Bad Godesberg, ehe er 1970 in die hessische Ministerialverwaltung wechselte und dort bis 1978 zunächst als persönlicher Referent des Hessischen Ministers des Innern, dann als Leiter des Ministerbüros tätig war.

Seit 1963 FDP-Mitglied übernahm Gerhardt nach der Niederlage bei den Landtagswahlen 1982 als politischer Newcomer überraschend den Vorsitz der hessischen FDP und führte diese 1983 wieder in den Landtag. Künftig gehörte er auch dem FDP-Bundesvorstand als Mitglied an. Mitglied des hessischen Landtages war er sowohl von 1978 bis 1982, als auch von 1983 bis 1987 und von 1991 bis 1994.

Im ersten Landeskabinett ohne die SPD übernahm Gerhardt 1987 das Wissenschaftsressort und wurde gleichzeitig Bevollmächtigter des Landes Hessen beim Bund und stellvertretender Ministerpräsident. Seit 1987 zugleich Mitglied des Bundesrates wurde er 1988 Präsident der ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder. Drei Jahre später wurde er nach 1993 bis 1997 erneut zum FDP-Fraktionsvorsitzenden im Landtag gewählt und konnte 1995 einen Erfolg bei den Landtagswahlen feiern, ohne dass die FDP allerdings in die Landesregierung einzog.

Auf Bundesebene war Gerhardt bereits 1985 in das Amt eines stellvertretenden Vorsitzenden aufgerückt, wo er sich vor allem um die Integration der verschiedenen innerparteilichen Strömungen verdient machte. Nach seinem Einzug in den Bundestag im Jahre 1994 setzte er sich beim Parteitag in Mainz 1995 gegen Jürgen Möllemann als Nachfolger von Klaus Kinkel im Parteivorsitz durch. Unter seiner Ägide entstand 1997 das neue FDP-Grundsatzprogramm "Wiesbadener Grundsätze".

2001 gab Gerhardt den Parteivorsitz an Guido Westerwelle ab. Von 1998 bis 2006 war er als Nachfolger von Hermann Otto Solms Vorsitzender der Bundestagsfraktion und seit 2002 Vizepräsident von Liberal International.
Im April 2006 wurde Wolfgang Gerhardt Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Homepage: www.wolfgang-gerhardt.de

- Drehbuch 2006 (2004)