Sabine Leutheusser-Schnarrenberger
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wurde in Minden/Westfalen geboren. Die Tochter eines Rechtsanwaltes und Notars ging nach Abitur und Jurastudium 1979 an das Deutsche Patentamt in München, wo sie bis zu ihrem Einzug in den Deutschen Bundestag 1990 tätig war, zuletzt als leitende Regierungsdirektorin. Ihr Onkel Wolfgang Stammberger war von 1961 bis 1962 Bundesjustizminister für die FDP.

Seit 1978 ist die Juristin FDP-Mitglied und an ihrem Wohnort Starnberg FDP-Kreisvorsitzende und Bezirksvorstandsmitglied in Oberbayern. Als Abgeordnete arbeitete sie im Rechts-, sowie als Obfrau der FDP-Bundestagsfraktion im Fremdenverkehrs- und Tourismusausschuss des Bundestages mit. In der turbulenten Diskussion um das Amt des Bundesaußenministers in der Nachfolge Genschers wurde sie 1992 Bundesjustizministerin. Die bis dahin unbekannte erste Frau an der Spitze eines "klassischen" Bonner Ressorts konnte sich als mutige Verfechterin liberaler Positionen bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität, bei der Reform des Abtreibungs- und Asylrechtes und bei der Verbesserung für nichteheliche Lebensgemeinschaften Anerkennung verschaffen.

Am 17. Januar 1996 trat sie nach der Niederlage bei der parteiinternen Mitgliederbefragung zum "Großen Lauschangriff", den sie vehement ablehnte, vom Ministeramt zurück. 1997 wurde sie ins FDP-Parteipräsidium gewählt. Im gleichen Jahr berief sie die Redaktion des ZDF-Frauenjournals "Mona Lisa" zur "Frau des Jahres 1997", da sich die streitbare Liberale weiterhin couragiert für die Besserstellung von Frauen und Kindern einsetzte. Im Jahr 2000 wurde sie zur Landesvorsitzenden der FDP in Bayern gewählt. Von Juni 2001 bis Oktober 2002 war sie stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion. Seit 2002 ist Sabine Leutheusser-Schnarrenberger Kreisrätin des Landkreises Starnberg. In dem Jahr wurde sie auch mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland und dem Verdienstorden des Freistaats Bayern ausgezeichnet.

Zusammen mit Gerhart Baum und Burkhard Hirsch strebte sie 2003 eine Verfassungsbeschwerde zum "Großen Lauschangriff" vor dem Bundesverfassungsgericht an, der 2004 in weiten Teilen entsprochen wurde. Seit 2003 ist sie Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Im Oktober 2009 wurde sie erneut Bundesjustizministerin.

Homepage: www.leutheusser-schnarrenberger.de