Helmut Haussmann
Der in Tübingen geborene Helmut Haussmann studierte nach dem Abitur Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und schloss 1968 als Diplomkaufmann ab. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Erlangen-Nürnberg, promovierte 1975 und war als geschäftsführender Gesellschafter im väterlichen Holzunternehmen in Bad Urach tätig, wo er von 1975 bis 1980 auch als FDP-Stadtrat fungierte.

1969 in die FDP eingetreten, zog er über die Landesliste Baden-Württemberg 1976 erstmals in den Deutschen Bundestag ein. 1983 wurde er stellvertretender Landesvorsitzender. Als wirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion seit 1977 vertrat er konsequent eine mittelständische Politik. Der sich selbst "zum fortschrittlichen, radikaldemokratischen Spektrum" zählende Haussmann enthielt sich 1982 beim konstruktiven Misstrauensvotum gegen Kanzler Schmidt, wurde jedoch 1984 bis 1988 zum FDP-Generalsekretär berufen.

1988 zum Nachfolger des Bundeswirtschaftsministers Martin Bangemann ernannt, genehmigte er die Fusion zwischen Daimler-Benz und dem Rüstungsunternehmen Messerschmitt-Bölkow-Blohm MBB als "wichtigster Wettbewerbsentscheidung der Nachkriegsgeschichte". Beim Umbau der DDR-Planwirtschaft in ein Wettbewerbssystem warnte Haussmann vor einer übereilten und sehr subventionsgestützten Umgestaltung.

Nach der erfolgreichen Bundestagswahl 1990 beendete er sein Ministertätigkeit und wurde Partner und Senior Vice President des internationalen Beratungsunternehmens CAP GEMINI Ernst & Young in Berlin. Von 1991 bis 202 war er Mitglied im Auswärtigen Ausschuss sowie später weiterer Ausschüsse sowie Obmann des Ausschusses für Angelegenheiten der Europäischen Union. Im gleichen Jahr übernahm er die Funktion des europapolitischen Sprechers der FDP-Fraktion und von 1995 bis 2001 erneut den stellvertretenden Vorsitz der Südwest-FDP. 1999 war Haussmann Spitzenkandidat der FDP für die Europawahl.

Er ist Mitglied des Außenwirtschaftsbeirats beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie zahlreicher anderer europapolitischer und gesellschaftspolitischer Gremien. 1996 wurde er zum Honorarprofessor für Internationales Management an der Universität Erlangen-Nürnberg berufen, seit 2010 ist er apl. Professor an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Tübingen. Helmut Haussmann ist heute als selbständiger Beratungsunternehmer tätig.