Wolfgang Stammberger
Der in Coburg geborene Stammberger studierte, unterbrochen vom Zweiten Weltkrieg, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und ließ sich nach seiner Promotion 1948 und dem sich anschließenden Assessorexamen im Jahr 1949 als Rechtsanwalt in seiner Heimatstadt nieder.

Als Mitbegründer der liberalen Hochschulgruppen und der bayerischen Jungdemokraten wurde der nach dem Krieg in die FDP eingetretene Stammberger 1948 in den Stadtrat von Coburg gewählt, wo er 1950 den Fraktionsvorsitz übernahm. 1953 wurde er FDP-Abgeordneter im Deutschen Bundestag und später Vorsitzender dessen Gesundheitsausschusses. Dort setzte er sich entscheidend für das neue Lebensmittelgesetz ein. Der erklärte Gegner der Todesstrafe wurde 1961 zum Bundesjustizminister berufen, musste jedoch bereits ein Jahr danach im Gefolge der "Spiegel-Affäre" und aus gesundheitlichen Gründen nach einem schweren Verkehrsunfall sein Ministeramt aufgeben.

1964 trat Stammberger der SPD bei, für die er noch bis 1969 im Bundestag saß. Von 1970 bis 1978 war er Oberbürgermeister der Stadt Coburg. Aus Verärgerung über die mangelnde Unterstützung für eine zweite Amtsperiode verließ er 1978 auch die SPD.