Victor-Emanuel Preusker
Victor-Emanuel Preusker wurde in Berlin geboren, wo er nach Abitur und Banklehre Volks-, Betriebswirtschaft und Staatswissenschaften studierte. Nach dem Abschluss als Diplom-Kaufmann 1937 war er zunächst Mitarbeiter der Deutschen Bank in Wien, und promovierte dort im Jahre 1940 zum Dr.rer.pol. Nach der Teilnahme am Zweiten Weltkrieg gründete er anfangs einen eigenen Betrieb in Hessen, bevor er seit 1949 für das Bankhaus Hardy und Co. in Frankfurt/M. als Wirtschaftsberater und als Redakteur des "Deutschen Kurier" in Wiesbaden tätig war.

Politisch schloss sich Preusker 1947 der FDP Hessen an, als deren Generalsekretär er bis 1949 fungierte. Von 1949 bis 1961 saß Preusker im Bundestag. Nach der Bundestagswahl 1953 leitete er das Bundesministerium für Wohnungsbau. Als überzeugter Verfechter wirtschaftsliberaler Prinzipien hatte er sich bereits während der ersten Legislatur nachhaltig für eine Steuerreform und für eine konjunkturelle Belebung der deutschen Wirtschaft ausgesprochen, was insbesondere in dem nach ihm benannten "Preusker-Plan" vom März 1953 zum Ausdruck kam. Daneben hatte er sich auch auf europäischer Ebene engagiert. Er war sowohl Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der Montanunion, u.a. im Ausschuss für Gemeinsamen Markt, als auch der Versammlung der Europäischen Politischen Gemeinschaft.

In seiner Funktion als Wohnungsbauminister machte er sich vor allem durch sein nachhaltiges Engagement für die Liberalisierung des Wohnungsmarktes bzw. die Schaffung und Förderung von Wohneigentum und insbesondere den sozialen Wohnungsbau einen Namen. 1956 gehörte er zu den Kritikern der nordrhein-westfälischen FDP und deren Regierungsbildung mit der SPD, verließ zusammen mit den übrigen FDP-Bundesministern die Partei und gehörte zu den Mitbegründern der Freien Volkspartei (FVP), deren Vorsitz er kurzzeitig übernahm. Nach deren Fusion mit der Deutschen Partei (DP) 1957 zog er zunächst für diese, später für die CDU, erneut in den Bundestag.

Im Jahr 1958 wurde Preusker für zwei Jahre Vizepräsident des Deutschen Bundestages und zugleich Gesellschafter des Bankhauses Hardy und Co. Im gleichen Jahr übernahm er das Amt des Präsidenten des Zentralverbandes Deutscher Haus- und Grundeigentümer in Düsseldorf, das er bis 1971 innehatte, und dessen Ehrenpräsidenten er daraufhin wurde. 1963 war er Mitgründer des Bonner Bankhauses Preusker und Thelen und bis 1970 dessen Mitinhaber. Nach seinem 1960 erfolgten Übertritt in die CDU trat er 1970 erneut in die FDP ein.