In seinem Buch „Der Staat“ (1909) meint Franz Oppenheimer, der Staat sei von erobernden Nomaden erfunden worden, die erkannten, dass sich die eroberten Sesshaften durch Tributzahlungen (mit dem Versprechen des Schutzes vor künftigen Übergriffen) viel effizienter ausbeuten ließen als durch sporadisches Plündern. Steuern seien aus Tribut- und Schutzgeldzahlungen entstanden. Hinter dieser Aussage steckt etwas Wahres.
Steuern sind mit dem Selbstbestimmungs- und Eigentumsrecht des Bürgers kaum vereinbar. Dass eine Zwangsinstanz über ehrlich erworbenes Eigentum verfügen kann, um dieses dann zu eigenem Nutzen oder dem von Dritten zu verwenden, ist bedenklich. Eigentlich ist es Raub. Da ein Staat aber ohne Steuern nicht existierte, man den Staat aber für die Rechtsordnung noch braucht, fordern Liberale, dass das individuelle Eigentumsrecht durch Steuern nur verletzt werden dürfe, wenn der Staat damit ausschließlich dieses Recht selber schützt.
Diese Idee hat sich leider als illusorisch erwiesen, da jeder Souverän in der Lage ist, Begünstigungen von Interessengruppen durchzusetzen – und damit immer wieder auch Steuern, die eben nicht nur den Freiheitsschutz finanzieren. Man kann froh sein, wenn Steuern noch einigermaßen marktneutral sind und die Wirtschaft nicht allzu sehr schädigen. Aber letztlich wirken sämtliche Steuern marktverzerrend. Die Aufgabe der Liberalen bleibt es daher, den Steuerstaat einzudämmen wo und wie immer es geht.
Detmar Doering


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