Natürlich hat es immer auch einen kosmopolitischen Liberalismus gegeben. Für die Mehrheit der kontinentaleuropäischen Liberalen ist aber über lange Zeit "Einheit und Freiheit" die zukunftsweisende Parole gewesen. Dahinter stand und steht die Überzeugung, dass sich Freiheit nach innen und außen am besten mit einem aufgrund gemeinsamer Sprache, Kultur und Geschichte relativ homogenen Staatsgebilde verwirklichen lasse, wie es am ehesten noch der Nationalstaat darstelle.

Zwar hat sich gezeigt, dass diese Ansicht keineswegs immer und überall Geltung beanspruchen kann. Dennoch ist die Nation nach wie vor auch für Liberale ein wichtiger Bezugspunkt ihrer Politik, zumal sich zumindest für den größten Teil von Europa die liberale Auffassung vom friedlichen Miteinander und Wettbewerb der freien Nationen als zutreffend herausgestellt hat.

Jürgen Frölich